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3. & 4. TKC Lauf 2026 in Vilsbiburg (7 Stunden & 5 Stunden/Reverse) 25.&26.4.2026


 


TKC Vilsbiburg – Sonnenbrand, Herzschlagfinale und der amtierende Meister im Angriffsmodus


Vilsbiburg (Bayern), 25. & 26.04.2026 – Wenn Grimma der laute Saisonauftakt war, dann war Vilsbiburg die direkte Antwort: „Alles klar, wir legen noch eine Schippe drauf.“ Und zwar nicht irgendwo – sondern auf einer Strecke, die liebevoll als „Nordschleife des Kartsports“ bezeichnet wird. Wer hier schnell ist, kann fahren. Wer hier konstant ist, gewinnt. Und wer hier einen Fehler macht… nun ja, der lernt sehr schnell Demut.

Dazu: bestes Frühlingswetter, sommerliche Temperaturen, 15 Teams am Samstag, 17 am Sonntag – und eine Strecke, welche 1,7 km lang ist, die mit Berg und Tal, Tunnel, Brücke, Indoor- und Outdoorpassagen mehr Charakter hat als so mancher Rennkalender zusammen. Kurz gesagt: perfekte Bedingungen für zwei Tage Ausnahmezustand - und diesmal ganz ohne Regen Roulette.

Samstag – 7 Stunden Vollgas, 11 Sekunden Ewigkeit

Der Samstag begann, wie ein echtes Statement beginnt: mit einer Pole Position für Scharmüller/WnG A/D. Aber hauchdünn. Wirklich hauchdünn. Dahinter: KEC Motorsport und das Hausteam Team Hardcore, beide bereit, jede kleine Schwäche sofort auszunutzen.


Das 7-Stunden-Rennen entwickelte sich zu einem klassischen Vilsbiburg-Krimi. Keine großen Dramen, keine wilden Wetterkapriolen – dafür Racing auf konstant hohem Niveau, bei dem jede Hundertstel/Zehntel/Sekunde hart erarbeitet werden musste. 168 Runden später stand fest:

Scharmüller/WnG A/D mit einem Start/Ziel Sieg. Aber eben nicht gemütlich, sondern mit gerade einmal 11 Sekunden Vorsprung auf KEC Motorsport. Das ist im Langstreckensport ungefähr so komfortabel wie ein Stuhl ohne Lehne.
Team Hardcore sicherte sich mit 52 Sekunden Rückstand einen starken dritten Platz und zeigte als Local Hero, dass Heimvorteil mehr ist als nur Streckenkenntnis – nämlich auch eine gehörige Portion Kampfgeist.
Dahinter: ERT by KCG auf Platz 4. Zwei Minuten Rückstand klingen erstmal viel, sind auf dieser Strecke aber eher ein Zeichen dafür, wie eng die Spitze tatsächlich zusammenlag.
Platz 5 ging an frei4 motorsport, die das komplette Wochenende mit nur zwei Fahrern bestritten. Ja, richtig gelesen: zwei. Während andere durchwechseln wie im Staffellauf, ziehen die einfach durch. Kondition? Offensichtlich vorhanden.

Ein paar Randnotizen, die das Rennen abrunden:

- Kart 11 bekam eine Stop/Go-Strafe – nachdem man einen Konkurrenten unsanft in die Boxengasse „begleitete“. Kreativ, aber regeltechnisch schwierig.
- Kart 4 verlor kurzzeitig den Transponder. Der wurde beim Karttausch aber wieder montiert – und das Team fairerweise auf die ursprüngliche Position zurückgesetzt.
- Mit BKD Günzburg schnupperte ein neues Team TKC-Luft – und bekam direkt die volle Dosis Langstrecke serviert. Willkommen im Club.

Die schnellste Runde? Die ging an Florian Freiberger (KEC Motorsport) mit einer 2:25.381. Schnell. Sehr schnell. Vilsbiburg-schnell und somit ein Sonderpunkt mehr auf dem Konto des KEC Motorsport Teams.

Sonntag – 5 Stunden Reverse, Hitze und ein Finale mit Ellenbogen


Am Sonntag wurde die Strecke kurzerhand umgedreht – Reverse-Modus. Was am Samstag noch logisch war, fühlte sich plötzlich an wie ein komplett neues Layout. Und wieder setzte Scharmüller/WnG A/D ein Ausrufezeichen: Pole Position. Diesmal deutlich.
Hinter ihnen: ERT by KCG und erneut KEC Motorsport. Die Rollen waren verteilt, aber das Rennen schrieb – wie so oft – seine eigene Geschichte.

Nach fünf Stunden stand fest:

Scharmüller/WnG A/D machten den Doppelsieg perfekt. Diesmal mit 21 Sekunden Vorsprung auf Team Hardcore, die erneut ein bärenstarkes Rennen fuhren und sich verdient Platz 2 im eigenen „Wohnzimmer“ sicherten.
Die schnellste Rennrunde (Sonderpunkt) ging ebenfalls an die Sieger – genauer gesagt an Johannes Neuhauser mit einer 2:24.063. Mit den beiden Pole Positionen (Samstag sowie Sonntag) + eine schnellste Rennrunde, holte man drei von vier Sonderpunkten an diesem Raceweekend in Vilsbiburg.

Der Kampf um Platz 3 – oder: Wie breit kann ein Kart eigentlich sein? Drama, Verteidigung und ein Kart so breit wie ein Linienbus.

ERT by KCG (Tobias Laube) vs. KEC Motorsport (Florian Freiberger) – ein Duell, das bis zur letzten Kurve alles bot, was Motorsport ausmacht.
Ca. acht Minuten vor Schluss: Druck von hinten, Angriff. Puls irgendwo jenseits der Komfortzone.
Und mittendrin: Tobias Laube, der sein Kart in den letzten Minuten so positionierte, als hätte es plötzlich Busmaße angenommen. Linien dicht gemacht, Räume zugestellt – alles im Rahmen, aber maximal effektiv.  Linienwahl? Flexibel. Fahrzeugbreite? Gefühlt verdoppelt

Ergebnis:

Platz 3: ERT by KCG (+1:20.857)
Platz 4: KEC Motorsport (+1:22.321)
1,5 Sekunden Unterschied. Nach fünf Stunden. Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen.

Platz 5 ging an PMRacing, mit weiteren 41 Sekunden Rückstand - solide, unauffällig, effektiv.

Chaos im Tunnel und Strafen mit Ansage

Ganz ohne Kuriositäten ging es dann doch nicht:
Kart 7 bog kurzerhand in die falsche Boxengasse ab. Kann passieren – sollte aber nicht. Ergebnis: Stopp/Go.
Kart 6 legte einen Frühstart beim Karttausch hin. Ergebnis: Stopp/Go.


Und dann war da noch dieser Moment, etwa 20 Minuten nach Rennstart:
Stau vor dem Tunnel. Kein Witz. Zwei Fahrer konnten sich nicht einigen, wer zuerst reinfährt –Ergebnis: Stau. Und zwar nicht so ein bisschen, sondern gleich für fünf Teams. Motorsport trifft Feierabendverkehr.

Die stillen Helden des Wochenendes
Neben all den Zeiten und Positionen gab es auch wieder die Geschichten, die man nicht in Tabellen findet:

- Das Nachwuchsteam Triple MMM Racing überzeugte erneut mit Teamspirit, der seinesgleichen sucht. Familie, Organisation, Übersicht – das ist weniger Rennteam, mehr rollendes Gesamtkunstwerk.
- Der inoffizielle „Iron Man“-Titel ging an Max Jalowski vom Team frei4motorsport:
6 Stunden und 15 Minuten Fahrzeit über beide Renntage hinweg – plus Training, Qualifying und „noch schnell ein paar Runden extra“. Aussteigen ist offenbar optional. 
Nicht unterschlagen wollen wir: Sein Teamkollege Chris Black, kam übrigens auch auf 5 Stunden und 43 Minuten, auch hierfür, Hut ab.

Technik, Strecke und… Sonnenbrand

Was auffiel:

Null Defekte. Kein einziger. Zwei Tage, intensive Rennen, anspruchsvolle Strecke – und das Material hält. Das ist alles andere als selbstverständlich.

Dazu:

- gleichmäßige vorbereitete Karts.
- ein Bistro, das mehr kann als nur „okay“.
- eine Strecke, die mit Tunnel, Brücke, Steilwand und Höhenunterschieden fordert wie kaum eine andere.
Und das Ganze bei bestem Wetter. 

Ergebnis: viel Schweiß, gebräunte Arme – und der ein oder andere Sonnenbrand als Souvenir.

Fazit – Vilsbiburg kann Motorsport

Das Rennwochenende in Vilsbiburg war genau das, was die TKC aktuell ausmacht:
hochklassig, eng, fair – und mit genau der richtigen Portion Chaos.

- Scharmüller/WnG A/D holt den Doppelsieg + drei Sonderpunkte und übernimmt damit die Tabellenführung.

- Team Hardcore zeigt eindrucksvoll, dass mit ihnen in ihrem „Wohnzimmer“ zu rechnen ist.
- ERT by KCG glänzt mit Kampfgeist, Konstanz und einem Busfahrer Namens „Tobi“.
- KEC Motorsport bleibt brandgefährlich – und oft nur Sekunden vom ganz großen Wurf entfernt.
Und der Rest des Feldes? Rückt immer näher zusammen.

Ausblick – Halbzeit und kein bisschen müde

Die TKC hat mit Vilsbiburg die Saisonhalbzeit erreicht. Weiter geht’s am 27.06.2026 in Bad Rappenau.
Wenn Vilsbiburg gezeigt hat, wie sich Sommer anfühlt, dann könnte Bad Rappenau der Moment werden, in dem die Saison endgültig explodiert.

Oder anders gesagt:
Die TKC rollt. Und bremsen ist weiterhin optional.

 

 



60 Minuten Freies Training



 5 Minuten Qualy 1



5 Minuten Qualy 2 (anderer Fahrer, anderes Kart)



5 Minuten Qualy 3 (wieder anderer Fahrer, wieder anderes Kart)



Auswertung der drei Qualifikationsläufe (Position = Platz Startaufstellung)



Endergebnis 7 Stunden Rennen Samstag



P 2 = KEC Motorsport, Platz 1 = Scharmüller/WnG A/D, Platz 3 = Team Hardcore



Alle 15 Teams vom Samstags Rennen



60 Minuten Freies Training (Reverse)



5 Minuten Qualy 1 (Reverse)



5 Minuten Qualy 2 (anderer Fahrer, anderes Kart, Reverse)



5 Minuten Qualy 3 (wieder anderer Fahrer, wieder anderes Kart, Reverse)



Auswertung der drei Qualifikationsläufe (Position = Platz Startaufstellung)



Endergebnis 5 Stunden Rennen Sonntag (Reverse)



P 2 = Team Hardcore, P1 = Scharmüller/WnG A/D, P 3 = ERT by KCG



Alle 17 Teams vom Sonntags Rennen



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